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Vorbereitet auf den Ernstfall: Übung des Notfallverbunds Darmstadt am 12. August 2026

Vor einem weißen Gebäude stehen auf einem hell gepflasterten Platz blaue Plastikboxen mit Medien, u.a. Schallplatten. Im Hintergrund auch ein hoher Transportwagen mit mehreren Holzfächern.
Notfallboxen vor dem Kunstdepot Darmstadt während der Notfallübung am 12.08.2028, Foto: Rebekka Friedrich

Am Mittwoch, 12. August 2026, führte der spartenübergreifende Notfallverbund Darmstadt eine großangelegte Notfallübung am und im Kunstdepot Darmstadt durch. An der Übung beteiligten sich Archive, Bibliotheken, Museen und wissenschaftliche Institute aus Darmstadt. Die Organisation wurde von der Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt sowie städtischen Kulturinstitutionen (Stadtarchiv Darmstadt, Institut Mathildenhöhe, Ìnternationales Musikinstitut Darmstadt, Jazzinstitut Darmstadt) übernommen.

Die ca. 30 Anwesenden nutzten die Übung, um die Zusammenarbeit der beteiligten Institutionen in einem realistischen Szenario zu erproben. Unterstützt wurde der 2015 gegründete Zusammenschluss unter anderem von der Feuerwehr Darmstadt, bei der die Notfallausrüstung des Verbunds gelagert wird.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen zwei Szenarien: Geübt wurde zum einen die Sicherung von Kunstobjekten, insbesondere großer musealer Exponate, wobei der richtige Transport, die Begutachtung, die Verpackung und die Dokumentation der Objekte im Fokus standen. Zum anderen wurden die Bergung und Erstversorgung von wasserbeschädigten Materialien geprobt, wie sie typischerweise in Archiven, Bibliotheken und Museen vorkommen.

Die Hände von drei Personen führen auf einem Metalltisch mit blauen Handschuhen die Erstversorgung von Archivgut durch. Eine Person verpackt etwas in Folie. Im Vordergrund liegt ein weißes Dokument mit Erläuterungen und ein gelbes Reinigungstuch.
Erstversorgungsstation der Notfallübung in Darmstadt am 12.08.2026. Foto: Wissenschaftsstadt Darmstadt / Rebekka Friedrich

Hierfür wurden Übungsdummys im Vorfeld über einen längeren Zeitraum Wasser ausgesetzt, um neben Volumen- und Gewichtszuwachs auch die Veränderung und Lösbarkeit der Materialien zu simulieren. Aufgrund der Vielfalt an Objekten in den Darmstädter Kulturinstitutionen, wurde mit sehr unterschiedlichen Dokumenten und Formaten geübt: Schallplatten und Tonbänder, eine Metallbox, Architekturmodelle aus Holz und Kunststoff, Geschirr, Zeitungen, Plakate, Fotos.

Die Teilnehmenden übten den Transport des betroffenen Materials sowohl im trockenen als auch im nassen Zustand. Dabei wurden die richtige Behandlung der jeweiligen Materialien bestimmt und die Vorbereitung für den Weitertransport erprobt.

Drei Personen mit weißen Overalls, weißen Schutzhelmen und orangenen Sicherheitswesten tragen verschiedene Objekte durch eine große Tür aus einem dunklen Raum.
Transport von Material aus einem Magazinraum im Rahmen der Übung des Notfallverbunds Darmstadt, Foto: Wissenschaftsstadt Darmstadt / Dr. Sandra Zimmermann

Während der Notfallübung wechselten die Teilnehmenden zwischen den Szenarien, um praktische Erfahrungen in beiden Bereichen zu sammeln. Da der Umgang mit großen, musealen Objekten bisher nur selten geübt worden war, bot die Übung besonders den Beschäftigten nicht-musealer Einrichtungen wertvolle Einblicke in die spezifischen Herausforderungen.

Notfallverbünde spielen eine zentrale Rolle bei der Rettung und Erstversorgung von Kulturgut, etwa nach Bränden, Überschwemmungen oder Wasserrohrbrüchen. Die Qualität der Erstversorgung entscheidet maßgeblich darüber, ob und in welchem Umfang Kulturgut gerettet werden kann. Dies unterstreichen große Schadensereignisse wie der Einsturz des Kölner Stadtarchivs 2009 oder die Flutkatastrophe 2021 im Ahrtal und Rheinland.

Die in Darmstadt durchgeführte Veranstaltung stieß auf großes Medieninteresse. Weitere Einblicke bietet daher die nachfolgende Berichterstattung:

Kulturgut in Gefahr? Helfer proben den Ernstfall (Hessenschau, 12.08.2026)

Erste Hilfe für Darmstadts unersetzliche Schätze (Darmstädter Echo, 12.08.2026 – Plus) und Facebook-Video zum Artikel (Darmstädter Echo, 12.08.2026)

Darmstadt probt den Ernstfall: 30 Kräfte retten Kunstwerke aus Depot (Frankfurter Rundschau, 13.08.2026)

Museumsmitarbeiter retten Kunst vor Starkregen (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.08.2026 – FAZ+)

Wir bedanken uns bei allen an der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung Beteiligten für die gute Zusammenarbeit und die erfolgreiche Übung. Sie bildet mit allen Erkenntnissen eine gute Basis, um in einem echten Notfall in einer Darmstädter Kulturinstitution gemeinsam sicher und schnell handeln zu können.

Weitere Informationen zum Notfallverbund Darmstadt sowie weiteren Verbünden deutschlandweit findet ihr hier: https://notfallverbund.de/darmstadt.

Rebekka Friedrich
Rebekka Friedrich
Hallo, ich bin Rebekka Friedrich und Diplom-Archivarin im Stadtarchiv der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Hat Ihnen der Artikel gefallen? Dann hinterlassen Sie… Weiterlesen

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OpenEdition schlägt Ihnen vor, diesen Beitrag wie folgt zu zitieren:
Rebekka Friedrich (31. August 2026). Vorbereitet auf den Ernstfall: Übung des Notfallverbunds Darmstadt am 12. August 2026. Stadtarchiv Darmstadt. Abgerufen am 9. September 2026 von https://doi.org/10.58079/16p96


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